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Zahnfleischrückgang (Gingivarezession): Alle chirurgischen und nicht-chirurgischen Optionen – Dr. Astolfi

Index

Wenn Ihre Zähne länger wirken als früher oder ungewöhnlich empfindlich auf kalte Getränke reagieren, könnte ein Zahnfleischrückgang vorliegen. Das beunruhigt Patientinnen und Patienten zu Recht – denn unbehandelt kann es zu Zahnempfindlichkeit, Wurzelkaries, Knochenschwund und schließlich Zahnverlust führen. 81,1 % der Erwachsenensind von einem Rückgang von mindestens 1 mm betroffen. Dennoch verläuft Zahnfleischrückgang in den frühen Stadien häufig ohne spürbare Beschwerden.

Symptome und Diagnose von Zahnfleischrückgang

Geht Ihr Zahnfleisch tatsächlich zurück? Zahnärzte diagnostizieren einen Rückgang mithilfe einer Parodontalsonde. Dieses feine Instrument misst das Ausmaß des Rückgangs sowie die Tiefe der Zahnfleischtaschen. Gesunde Taschen messen zwischen 1 und 3 Millimetern. Bei Gingivitis sind es 4 Millimeter, bei einer Parodontalerkrankung 5 mm oder mehr.

Die häufigsten Symptome von Zahnfleischrückgang sind:

  • Zähne, die länger wirken als zuvor
  • Verstärkte Empfindlichkeit gegenüber heißen, kalten oder süßen Speisen und Getränken
  • Eine mit der Zunge spürbare Kerbe oder Rille am Zahnfleischrand
  • Freiliegende Zahnwurzeln – gelblicher oder dunkler als der Zahnschmelz
  • Zahnfleisch, das gerötet, geschwollen wirkt oder beim Zähneputzen und Flosszahn leicht blutet
  • Anhaltender Mundgeruch (Halitose), der durch Zähneputzen nicht verschwindet
  • Lockere oder verschobene Zähne in fortgeschritteneren Stadien

Stadien des Zahnfleischrückgangs

Infographic image illustrating the progressive stages of gum recession

Millers Klassifikation (1985) unterteilt den Zahnfleischrückgang in vier Klassen, basierend auf dem Ausmaß des Gewebs- und Knochenverlusts sowie dem erreichbaren Bedeckungsgrad nach der Behandlung. Die verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten und die realistisch erzielbaren Ergebnisse nehmen deutlich ab, je weiter der Rückgang fortschreitet.

Ein neueres System, Cairos Klassifikation (RT1, RT2, RT3), gilt als klarer und behandlungsorientierter. Beide Systeme werden heute in der klinischen Praxis verwendet, häufig in Kombination.

Klasse

Beschreibung

Knochen-/Gewebeverlust

Prognose zur Wurzelabdeckung

Klasse I (Leicht)

Rückgang erstreckt sich nicht bis zur mukagingivalen Grenze

Keiner im Interdentalbereich

Vollständige Abdeckung vorhersehbar

Klasse II (Mäßig)

Rückgang erstreckt sich bis zur oder über die mukagingivale Grenze

Keiner im Interdentalbereich

Vollständige Abdeckung vorhersehbar

Klasse III (Schwer)

Rückgang erstreckt sich bis zur oder über die mukagingivale Grenze

Knochen- oder Gewebeverlust interdental vorhanden

Nur teilweise Abdeckung erreichbar

Klasse IV (Sehr schwer)

Rückgang erstreckt sich über die mukagingivale Grenze hinaus

Schwerer interdentaler Knochen- und Gewebeverlust

Wurzelabdeckung nicht erreichbar

Warum geht Ihr Zahnfleisch zurück? 15 Hauptursachen

Infographic image illustrating in detail the main causes of gum recession

Zahnfleischrückgang hat selten eine einzige Ursache. Bei den meisten Betroffenen handelt es sich um ein Zusammenspiel biologischer, verhaltensbedingter und umweltbedingter Auslöser. Im Folgenden finden Sie eine Übersicht aller anerkannten Ursachen, nach Häufigkeit geordnet.

  1. Parodontalerkrankung (Zahnfleischerkrankung)
    Die häufigste Ursache. Bakterielle Zahnfleischinfektionen zerstören das Zahnfleischgewebe und den Knochen, der die Zähne hält. Parodontitis, die fortgeschrittenere Form der Zahnfleischerkrankung, ist eine primäre Ursache für Zahnfleischrückgang.
  2. Zu hartes Zähneputzen
    Die zweithäufigste Ursache. Zu aggressives Zähneputzen oder eine fehlerhafte Putztechnik kann das Zahnfleischgewebe abnutzen und zu Rückgang führen. Die Verwendung einer Zahnbürste mit harten Borsten verstärkt diesen Effekt erheblich.
  3. Genetische Veranlagung
    Studien zeigen, dass bis zu 30 % der Bevölkerung von Natur aus anfälliger für Zahnfleischerkrankungen sind – selbst bei sorgfältiger Mundpflege.
  4. Hormonelle Schwankungen
    Schwankungen des Östrogenspiegels im Laufe des Lebens einer Frau – etwa in der Pubertät, während der Schwangerschaft und in den Wechseljahren – können das Zahnfleisch empfindlicher und anfälliger für Rückgang machen.
  5. Tabakkonsum
    Rauchen ist der bedeutendste Risikofaktor für Zahnfleischerkrankungen. Sowohl Rauchen als auch das Kauen von Tabak schädigen das Zahnfleischgewebe direkt, verringern die Blutversorgung des Zahnfleischs und beeinträchtigen die Immunabwehr des Körpers.
  6. Zähneknirschen (Bruxismus)
    Übermäßige und wiederholte Belastung der Zähne kann den Stützknochen und das Zahnfleischgewebe belasten und den Rückgang im Laufe der Zeit beschleunigen.
  7. Fehlstellung der Zähne
    Wenn die Zähne nicht korrekt aufeinandertreffen, wird ungleichmäßiger Druck auf den Zahnfleischrand verteilt, was das Gewebe an bestimmten Stellen abnutzt.
  8. Mangelnde Mundhygiene
    Unzureichendes Zähneputzen und Flossen ermöglichen es Plaque, sich zu Zahnstein zu verhärten. Zahnstein kann nur durch eine professionelle Zahnreinigung entfernt werden. Unterhalb des Zahnfleischrandes treibt er chronische Entzündungen und Rückgang voran.
  9. Lippen- oder Zungenpiercings
    Metallschmuck, der ständig gegen das Zahnfleischgewebe reibt, verursacht lokale Traumata und schrittweisen Gewebeverlust.
  10. Schlecht sitzende Zahnersatzversorgungen
    Prothesen, Retainer oder schlecht sitzende Kronen, die nicht korrekt passen, können Druck auf den Zahnfleischrand ausüben und diesen im Laufe der Zeit abnutzen.
  11. Diabetes
    Menschen mit Diabetes sind anfälliger für Infektionen, einschließlich Parodontalerkrankungen. Schwere Zahnfleischerkrankungen können die Blutzuckerregulierung erschweren – eine wechselseitige Beziehung zwischen beiden Erkrankungen entsteht.
  12. Bestimmte Medikamente
    Einige Medikamente – darunter Antihypertensiva, Antikonvulsiva und Immunsuppressiva – können als Nebenwirkung Zahnfleischveränderungen wie gingivale Hyperplasie oder erhöhte Anfälligkeit für Rückgang verursachen.
  13. Aggressive kieferorthopädische Behandlung
    Das Verschieben von Zähnen über die Grenzen des Stützknochens hinaus – insbesondere bei umfangreichen kieferorthopädischen Maßnahmen – kann das Zahnfleischgewebe auf der labialen (äußeren) Fläche der betroffenen Zähne ausdünnen und zurückgehen lassen.
  14. Nährstoffmangel
    Niedrige Spiegel von Vitamin C und Vitamin D werden mit schwächerem Zahnfleischgewebe und einer eingeschränkten Immunreaktion in Verbindung gebracht, was die Anfälligkeit für Parodontalinfektionen erhöht.
  15. Alterungsprozess
    Als allgemeiner biologischer Prozess wird das Zahnfleischgewebe mit dem Alter dünner und weniger widerstandsfähig, was Rückgang selbst ohne Erkrankung wahrscheinlicher macht.

Kann Zahnfleischrückgang rückgängig gemacht werden?

Leider kann zurückgegangenes Zahnfleisch nicht nachwachsen. Einmal verlorenes Zahnfleischgewebe wird vom Körper nicht regeneriert. Was die moderne Zahnheilkunde leisten kann: den Rückgang stoppen, freiliegende Wurzeln chirurgisch abdecken, Empfindlichkeit reduzieren und eine gesunde, schützende Zahnfleischlinie wiederherstellen.

Der richtige Zeitpunkt ist entscheidend. Eine vollständige Wurzelabdeckung ist bei Klasse I und II möglich, bei Klasse III unvorhersehbar und bei Klasse IV unmöglich. Wer wartet, bis die Zähne locker sind und erheblicher Knochenverlust eingetreten ist, steht vor einem deutlich komplexeren, kostspieligeren und in seinen Möglichkeiten eingeschränkteren Behandlungsspektrum.

Wie lässt sich weiterer Zahnfleischrückgang stoppen?

Infographic image illustrating the most effective treatments for gum recession in great medical detail

Die Behandlung von Zahnfleischrückgang hängt davon ab, wie weit der Rückgang fortgeschritten ist, was ihn verursacht hat und wie viel Gewebe noch vorhanden ist. Nachfolgend finden Sie alle verfügbaren Optionen – chirurgisch und nicht-chirurgisch – zusammengestellt von Dr. Astolfi.

Zahnfleischrückgang ohne Operation beheben (bei Stadium 1–2)

Bei leichtem bis mäßigem Rückgang kann eine Reihe nicht-chirurgischer Maßnahmen das Fortschreiten verlangsamen oder stoppen und die Zahnfleischgesundheit unterstützen.

  1. Scaling und Wurzelglättung (Tiefenreinigung)
    Bei der Tiefenreinigung werden Plaque und Zahnstein entfernt und die freiliegende Wurzeloberfläche geglättet, sodass sich Bakterien schlechter festsetzen können. Im Gegensatz zur herkömmlichen Reinigung geht dieser Eingriff unterhalb des Zahnfleischrands und erfordert häufig eine lokale Betäubung.
  2. Antibiotika
    In Kombination mit der Tiefenreinigung können lokal verabreichte Antibiotika – direkt in die Zahnfleischtasche eingebracht – die Bakterienlast reduzieren und die Heilung unterstützen. In akuten Fällen können auch systemische orale Antibiotika verschrieben werden.
  3. Zahnbonding
    Ein zahnfarbenes Komposit kann auf freiliegende Wurzeloberflächen aufgetragen werden, um Empfindlichkeit zu reduzieren und das Erscheinungsbild zu verbessern. Es ist keine Behandlung des Rückgangs selbst, bietet aber kurzfristige Linderung und Schutz.
  4. Kieferorthopädische Behandlung
    In Fällen, in denen der Rückgang durch Fehlstellung der Zähne bedingt ist, kann eine kieferorthopädische Behandlung die Zähne innerhalb des Knochens neu positionieren, den Druck besser verteilen und den Rückgang manchmal im Laufe der Zeit verringern.
  5. Knirscherschiene tragen
    Bei Patientinnen und Patienten, deren Rückgang durch Bruxismus (Zähneknirschen) verursacht oder verschlimmert wird, verteilt eine individuell angepasste Knirscherschiene die Kaubelastung und schützt sowohl Zähne als auch Zahnfleisch.
  6. Weiche Zahnbürste bei Zahnfleischrückgang verwenden
    Der Wechsel der Zahnbürste ist eine der einfachsten und wirkungsvollsten Maßnahmen. Verwenden Sie eine weiche oder extraweiche Zahnbürste – manuell oder elektrisch – und halten Sie sie in einem 45-Grad-Winkel zum Zahnfleischrand. Üben Sie nur leichten Druck aus und lassen Sie die Borsten die Arbeit machen.
  7. Die richtige Zahnpasta bei Zahnfleischrückgang
    Keine Zahnpasta kann verlorenes Zahnfleischgewebe wiederherstellen, aber die richtige Formel schützt freiliegende Wurzeln und lindert Empfindlichkeit. Achten Sie auf diese Schlüsselinhaltsstoffe:
  • Zinnfluorid
  • Kaliumnitrat
  • Hydroxylapatit
  1. Das richtige Mundspülungsmittel bei Zahnfleischrückgang
    Wählen Sie ein alkoholfreies antibakterielles oder antiseptisches Mundspülungsmittel. Alkoholhaltige Spülungen können die Mundschleimhaut austrocknen und Reizungen verschlimmern. Wichtige Inhaltsstoffe:
  • Chlorhexidin (verschreibungspflichtig)
  • Cetylpyridiniumchlorid (CPC)
  • Zinnfluorid-Spülungen
  • Präbiotische Mundspülungen mit Xylitol oder Inulin
  1. Natürliche Hausmittel
    Kein Hausmittel kann eine professionelle Behandlung ersetzen, wenn es bereits zu freiliegenden Wurzeln, Knochenverlust oder anhaltender Empfindlichkeit gekommen ist. Dennoch verfügen alle folgenden Ansätze über wissenschaftliche Belege und werden häufig als Ergänzung zur professionellen Behandlung eingesetzt:
  • Salzwasserspülungen
  • Ölziehen
  • Aloe-vera-Gel
  • Grüner Tee
  • Kurkuma-Gel (Curcumin)
  • Vitamin C
  • Vitamin D
  • Omega-3-Fettsäuren
  • Wasserstoffperoxid-Spülung (verdünnt)
  • Teebaumöl

Chirurgische Behandlung von Zahnfleischrückgang (bei Stadium 2–4)

Eine chirurgische Behandlung von Zahnfleischrückgang wird durchgeführt, wenn der Rückgang mäßig bis schwer ist, eine erhebliche Wurzelfreilegung vorliegt oder nicht-chirurgische Maßnahmen das Fortschreiten nicht ausreichend stoppen konnten.

  1. Bindegewebstransplantat (BGT)
    Bei diesem Eingriff wird am Gaumen ein kleiner Lappen eingeschnitten, Gewebe aus der Tiefe entnommen und um die freiliegende Wurzel herum eingenäht.
  2. Freies Schleimhauttransplantat (FST)
    Ähnlich wie das BGT, jedoch wird das Gewebe direkt von der Oberfläche des Gaumens entnommen. Es wird eingesetzt, wenn das Ziel darin besteht, dünnes Zahnfleischgewebe zu verdicken, anstatt freiliegende Wurzeln abzudecken.
  3. Gestielte Transplantation (Pedikel-Transplantat)
    Gewebe wird vom Zahnfleisch neben der Rückgangszone entnommen, teilweise eingeschnitten und seitlich über die freiliegende Wurzel gezogen.
  4. Tunneltechnik
    Der Parodontologe legt einen Tunnel unter dem Zahnfleischgewebe an und führt ein Bindegewebstransplantat hindurch, ohne einen großen Lappen abheben zu müssen.
  5. Gesteuerte Geweberegeneration (GTR)
    Bei diesen Techniken wird ein regeneratives Material – eine Membran, ein stimulierendes Protein oder ein Knochentransplantat – eingesetzt, um die natürliche Fähigkeit des Körpers zur Regeneration von Knochen und Gewebe zu fördern.
  6. Lappenoperation (Flap Surgery)
    Ein Parodontologe schneidet einen Lappen ins Zahnfleisch und klappt ihn zurück, um die darunter liegende Oberfläche zu reinigen, bevor das Zahnfleischgewebe wieder vernäht wird.
  7. LANAP-Lasertherapie
    Eine neuere, von den zuständigen Behörden zugelassene laserbasierte Alternative zur traditionellen Lappenoperation. Der Laser zielt selektiv auf erkranktes Zahnfleischgewebe ab und tötet Bakterien in tiefen Taschen – ganz ohne Skalpell.
  8. Pinhole-Operationstechnik (PST™)
    Ein neuerer Ansatz. Ein Parodontologe erzeugt ein kleines Loch im Zahnfleisch und verwendet spezialisierte Instrumente, um das Zahnfleisch sanft zu lösen und über freiliegende Zahnwurzeln zu repositionieren. Nähte sind in der Regel nicht erforderlich.

Wie lange dauert die Erholung nach einer Zahnfleischtransplantation?

Im Durchschnitt dauert die Heilung nach einer Zahnfleischtransplantation ein bis zwei Wochen. Wurden mehrere Bereiche gleichzeitig behandelt, kann die Erholung etwas länger dauern. Die meisten Patientinnen und Patienten können bereits nach ein bis zwei Tagen zur Arbeit oder in die Schule zurückkehren. In der ersten Woche sollten anstrengende körperliche Aktivitäten vermieden, weiche Speisen bevorzugt und die postoperativen Anweisungen des Parodontologen sorgfältig befolgt werden.

Was passiert, wenn Zahnfleischrückgang unbehandelt bleibt?

Zahnfleischrückgang zu ignorieren verschlimmert ihn – und die Folgen gehen weit über den Mund hinaus.

Im Mund:

  • Verstärkte Zahnempfindlichkeit
  • Wurzelkaries
  • Vertiefte Zahnfleischtaschen
  • Kieferknochenverlust
  • Zahnlockerung und Zahnverlust

Im Körper:
Die für Parodontalerkrankungen verantwortlichen Bakterien bleiben nicht lokal begrenzt. Sie gelangen über entzündetes Zahnfleischgewebe in den Blutkreislauf und lösen im gesamten Körper eine systemische Entzündungsreaktion aus. Die wissenschaftlichen Belege sind eindeutig:

  • Menschen mit schwerer Parodontalerkrankung haben ein nahezu doppelt so hohes Risiko, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu entwickeln.
  • Laut einer Studie der Harvard Medical School haben Menschen mit Zahnfleischerkrankungen ein zwei- bis dreifach erhöhtes Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall oder andere schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse.
  • Weitere Zusammenhänge bestehen mit Diabetes (Zahnfleischerkrankungen verschlechtern die Blutzuckerregulierung und umgekehrt), Atemwegserkrankungen (im Mund eingeatmete Bakterien können Lungenentzündung und COPD verursachen) sowie ungünstigem Schwangerschaftsverlauf (Frühgeburt und geringes Geburtsgewicht).
  • Aktuelle Forschungsergebnisse deuten auf Zusammenhänge zwischen Parodontalerkrankungen, kognitivem Abbau und rheumatoider Arthritis hin.

So beugen Sie Zahnfleischrückgang am besten vor

Vorbeugung ist immer besser als Behandlung – und die meisten Ursachen von Zahnfleischrückgang sind vermeidbar. Befolgen Sie diese evidenzbasierten Gewohnheiten konsequent:

  • Richtig zähneputzen, nicht zu fest
  • Täglich Zahnseide oder Interdentalbürsten verwenden
  • Alkoholfreies antibakterielles Mundspülungsmittel nutzen
  • Alle 6 Monate professionelle Zahnreinigungen wahrnehmen (bei Parodontalerkrankungen alle 3–4 Monate)
  • Mit dem Rauchen aufhören
  • Bei Zähneknirschen eine Knirscherschiene tragen
  • Diabetes und andere systemische Erkrankungen behandeln lassen
  • Auf eine Ernährung reich an Vitamin C und D, Kalzium und Omega-3-Fettsäuren achten
  • Fehlstellungen der Zähne korrigieren lassen
  • Zungen- oder Lippenpiercings vermeiden
  • Familienanamnese in Bezug auf Zahnfleischerkrankungen kennen

Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Konsultation beim Parodontologen?

Ein Parodontologe wie Dr. Astolfi ist ein Zahnarzt mit drei zusätzlichen Jahren spezialisierter Weiterbildung in der Prävention, Diagnose und Behandlung von Zahnfleischerkrankungen sowie in der Implantologie.

Vereinbaren Sie ohne Verzögerung eine parodontologische Konsultation, wenn Sie eines der folgenden Zeichen bemerken:

  • Ihre Zähne wirken sichtbar länger als früher
  • Sie spüren mit der Zunge eine Kerbe am Zahnfleischrand
  • Sie haben Empfindlichkeit auf Hitze, Kälte oder Süßes, die früher nicht vorhanden war
  • Ihr Zahnfleisch blutet regelmäßig beim Zähneputzen oder Flosszahn
  • Sie haben anhaltenden Mundgeruch, der sich durch Zähneputzen nicht beheben lässt
  • Ein Zahn fühlt sich locker an oder hat sich verschoben
  • Bei Ihnen wurde bereits Gingivitis oder Parodontitis diagnostiziert
  • Zahnfleischerkrankungen liegen in Ihrer Familie und Sie hatten noch keine parodontologische Untersuchung

Online-Parodontologe für Zahnfleischrückgang: Dr. Astolfi

Wissen Sie nicht, wo Sie anfangen sollen? Dr. Astolfi bietet eine kostenlose Online-Konsultation für Patientinnen und Patienten an, die sich Sorgen um ihren Zahnfleischrückgang machen. Teilen Sie Ihre Symptome, Fotos oder Fragen – von wo immer Sie möchten – und erhalten Sie eine persönliche, fachkundige Einschätzung Ihres nächsten Schritts.

Häufig gestellte Fragen

Kann Zahnfleisch nachwachsen?

Nein. Verlorenes Zahnfleischgewebe regeneriert sich nicht von selbst. Chirurgische Behandlungen wie Bindegewebstransplantate oder die Pinhole-Operationstechnik können jedoch die Zahnfleischbedeckung wiederherstellen und weiteren Rückgang wirksam stoppen.

Rückgang lässt sich zu Hause nicht rückgängig machen. Aber Sie können eine Verschlechterung verhindern: Wechseln Sie zu einer weichen Zahnbürste, verwenden Sie Zinnfluorid-Zahnpasta, spülen Sie mit alkoholfreiem Mundwasser und suchen Sie möglichst bald einen Parodontologen auf.

Verwenden Sie zweimal täglich eine desensibilisierende Zahnpasta mit Kaliumnitrat oder Zinnfluorid. Ihr Zahnarzt kann auch Fluoridlack oder Zahnbonding auf freiliegenden Wurzeln auftragen – für schnellere und länger anhaltende Linderung.

Miller-Klasse I: Rückgang, der sich nicht über die mukagingivale Grenze hinaus erstreckt, ohne Knochenverlust. Die Zahnwurzeln sind leicht freigelegt. Dies ist das am besten behandelbare Stadium – eine vollständige Wurzelabdeckung ist bei geeigneter Behandlung vorhersehbar.

Nicht sofort, aber unbehandelter Rückgang kann zu Zahnverlust führen. Wenn Zahnfleischgewebe und Stützknochen durch fortschreitende Parodontalerkrankung abgebaut werden, verlieren die Zähne ihren Halt, werden locker und können schließlich verloren gehen.

Ja, aber Parodontitis-verursachende Bakterien können über Speichel übertragen werden. Studien zeigen, dass Partner von Menschen mit aktiver Zahnfleischerkrankung häufiger dieselben Bakterienstämme aufweisen. Beide Partner sollten sich parodontologisch untersuchen lassen.

Die schlimmste Maßnahme ist Nichtstun. Danach folgen: Rauchen, aggressives Zähneputzen, unbehandelte Zahnfleischerkrankungen und schlechte Mundhygiene. Jeder dieser Faktoren beschleunigt den Gewebe- und Knochenverlust, schränkt die Behandlungsoptionen ein und erhöht das Risiko von Zahnverlust.

Miller-Klasse IV: das schwerwiegendste Stadium, mit ausgeprägtem Knochen- und Gewebeverlust sowie typischerweise lockeren Zähnen. Eine Wurzelabdeckung ist in diesem Stadium nicht mehr möglich. Die Behandlung konzentriert sich auf Stabilisierung und die Verhinderung weiterer Zerstörung.

Zähne, die länger wirken, eine Kerbe am Zahnfleischrand und verstärkte Empfindlichkeit auf Kälte oder Süßes sind die frühesten Anzeichen. Viele Betroffene bemerken zunächst gar nichts – weshalb regelmäßige parodontologische Kontrolluntersuchungen so wichtig sind.

Rückgang kann bereits ab dem 10. Lebensjahr beginnen, ist jedoch am häufigsten bei Erwachsenen über 40. Es handelt sich um ein verbreitetes Problem in dieser Altersgruppe, das jedoch auch in der Jugend auftreten kann. Das Risiko steigt mit dem Alter kontinuierlich an.

Es ist selten zu spät, ein weiteres Fortschreiten zu stoppen, aber die Behandlungsergebnisse hängen vom Stadium ab. Klasse III und IV ermöglichen keine vollständige Wurzelabdeckung mehr. Je früher Sie handeln, desto besser Ihre Prognose.

Am besten geeignet ist eine Zahnpasta mit Zinnfluorid oder Kaliumnitrat – wie etwa Sensodyne Sensitivity & Gum oder Parodontax. Diese reduzieren Empfindlichkeit, bekämpfen Bakterien und schützen freiliegende Wurzeloberflächen vor weiteren Schäden.

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