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Emax Krone: Die natürlichste Zahnkeramik

Row of Emax crown units in lithium disilicate on a reflective surface, showing enamel-like translucency

Index

Geprüft und freigegeben von Dr. Víctor Astolfi, Parodontologe und ITI-Mitglied.

530 MPa – so hoch ist die Biegefestigkeit einer IPS-e.max-CAD-Krone nach dem Kristallisationsbrand. Das ist drei- bis viermal so viel wie beim Zahnschmelz, dem härtesten Material des menschlichen Körpers. Für einen oberen Frontzahn ist dieser Wert nahezu perfekt. Auf einem zweiten Molaren bei einem Patienten, der nachts knirscht, reicht er nicht aus. Ivoclar selbst – der Hersteller aus dem liechtensteinischen Schaan, der e.max entwickelt hat – sagt das ganz offen: maximal drei Glieder, und nicht weiter nach hinten als bis zum zweiten Prämolaren.

Nachfolgend finden Sie alle wichtigen Fakten zu diesem beliebten Zahnersatz: seine Vorteile und Nachteile, Patientenergebnisse, die Kosten und einige überraschende Materialeigenschaften.

Das Wichtigste in Kürze

  • IPS e.max besteht aus Lithiumdisilikat – rund 70 % nadelförmige Kristalle in einer Glasmatrix, was für eine schmelzähnliche Transluzenz sorgt
  • Die Überlebensrate liegt bei 98,5 % nach 5 Jahren und rund 96,5 % nach 10 Jahren; Ivoclar nennt studienübergreifend 95,2 % über Zeiträume von bis zu 15 Jahren
  • Das Beschleifen ist unumkehrbar: Ihr natürlicher Zahn muss Substanz verlieren, damit die Krone passt
  • Prüfen Sie Labor, Klebeprotokoll und Approbation des Behandlers, bevor Sie sich festlegen

Was ist eine E.max-Krone?

Emax crowns on an upper arch model with two single units below, labelled hand-polished lithium disilicate glass-ceramic

Eine e.max-Krone ist eine Zahnkappe aus Lithiumdisilikat, einer Glaskeramik, die Ivoclar Vivadent 2005 auf den Markt gebracht hat. Licht durchdringt eine e.max-Krone so, wie es natürlichen Zahnschmelz durchdringt – es bleibt nicht an der Oberfläche hängen. Genau deshalb gilt Lithiumdisilikat seit über 20 Jahren als Premiumvariante unter den Zahnkronen.

Zirkonoxid kann Licht nicht auf dieselbe Weise transportieren. Der Grund: Bei e.max sitzen die Lithiumdisilikat-Kristalle eingebettet in einer Glasmatrix. Daraus ergeben sich die beiden zentralen Eigenschaften:

  • Transluzenz: Das Licht wird an den Kristallen gestreut. So entsteht der Chamäleon-Effekt, bei dem sich die Krone die Farbe der Nachbarzähne gewissermaßen ausleiht
  • Ätzbarkeit: Die Glasphase lässt sich mit Flusssäure anätzen. Es entsteht eine Mikroporosität, die eine chemische Verbindung mit dem Befestigungskomposit eingeht

Die 2 Varianten: IPS e.max CAD und IPS e.max Press

Es gibt zwei Arten der e.max-Krone. IPS Empress Press ist die ältere Generation: schön, aber empfindlicher, weil sie auf Leuzit-Kristallen basiert. Sie kommt bis heute bei hauchdünnen Veneers zum Einsatz, wo kaum Kaudruck wirkt.

IPS e.max hat die Leuzit-Kristalle durch Lithiumdisilikat ersetzt. Die Festigkeit verdreifachte sich dadurch etwa – und die lichtbrechenden Eigenschaften blieben erhalten.

 

IPS e.max CAD

IPS e.max Press

Herstellung

Aus einem Block gefräst, danach im Ofen kristallisiert

Im Labor aus einem Rohling gepresst

Biegefestigkeit

530 MPa

470 MPa

Zustand beim Fräsen

Weicher „blauer“ Zustand bei ca. 130 MPa

Entfällt

Ideal für

Chairside- und Digitalworkflows, Einzelkronen

Dünne Veneers, aufwendige Schichtungen, mehrgliedrige Arbeiten

Indikationsgrenze

Dreigliedrige Brücken bis zum zweiten Prämolaren

Dreigliedrige Brücken bis zum zweiten Prämolaren

Wie stabil ist eine E.max-Krone?

Nach dem Kristallisationsbrand erreicht eine e.max-Krone 530 MPa Biegefestigkeit – rund das Fünffache klassischer Keramikkronen und etwa die Hälfte von hochfestem Zirkonoxid. Für die meisten Zähne außerhalb des Molarenbereichs ist das mehr als ausreichend.

Wichtiger Hinweis: 360 MPa ist der nach ISO zertifizierte Mindestwert, 530 MPa der von Ivoclar gemessene Mittelwert. Deshalb finden Sie in unabhängigen Ratgebern gelegentlich Angaben von 360–400 MPa.

Material

Biegefestigkeit

Transluzenz

Besonders geeignet für

Feldspatkeramik

ca. 100 MPa

Hervorragend

Dünne Veneers, Frontzähne

IPS Empress (Leuzit)

ca. 160 MPa

Hervorragend

Veneers mit minimalem Substanzabtrag

IPS e.max Press

470 MPa

Hervorragend

Frontzähne, Veneers, Einzelkronen

IPS e.max CAD

530 MPa

Hervorragend

Frontzähne, Prämolaren, Einzelkronen

5Y-PSZ-Zirkonoxid

ca. 500–800 MPa

Hoch

Frontzahnkronen, gering belastete Bereiche

3Y-TZP-Zirkonoxid

900–1.200 MPa

Gering

Molaren, weitspannige Brücken, Knirscher

Wie sieht eine E.max-Krone aus?

IPS Emax crowns on shade-guide pins against black, captioned tooth-level ceramic control for anterior work.

Natürliche Zähne sind geschichtet aufgebaut: Ein opaker Dentinkern trägt den Farbton, darüber liegt halbtransparenter Schmelz, der zur Schneidekante hin dünner wird und dort ein zartes blaugraues Schimmern erzeugt – die sogenannte Opaleszenz.

E.max-Kronen bilden dieses Lichtspiel tatsächlich nach, weil ihre Glasmatrix Licht weiterleitet, statt den Effekt nur durch aufgemalte Oberflächenfarben vorzutäuschen.

Drei Werkstattgeheimnisse für eine natürlich wirkende Emax-Krone

Ob Ihre neue Krone wirklich unsichtbar mit den Nachbarzähnen verschmilzt, entscheidet sich an drei Punkten. Alle drei hängen am handwerklichen Können der Zahntechniker:

  • Das Licht steuern: Wir wählen aus drei Transluzenzstufen die passende für Ihren Zahnfarbton – HT, MT und LT (hohe, mittlere und geringe Transluzenz).
  • Die Politur von Hand: Eine reine Glanzglasur wirkt künstlich. Die besten Kronen werden nach dem Glasurbrand von Hand poliert. So entsteht ein weicher, seidiger Naturglanz.
  • Schöne Unregelmäßigkeiten: Echte Zähne sind weder spiegelglatt noch identisch. Ein erfahrener Zahntechniker legt mikroskopische Oberflächenwellen an, setzt feine Farbverläufe und variiert die Form leicht – damit die Krone nicht wie eine kopierte Attrappe aussieht.

So wird Ihre Zahnfarbe bestimmt

A comprehensive row of human-like dental shade guide samples arranged linearly, spanning a wide color spectrum from deep natural yellow-browns to a final set of very bright 'bleached' white tones.

Ihr exakter Zahnfarbton wird anhand der Systeme VITA classical und VITA 3D-Master ermittelt. Weil e.max transluzent ist, scheint die Farbe des darunterliegenden Zahns mit durch.

Gruppe

Farbfamilie

Farbtöne

Passend für

A

Rötlich-braun

A1 · A2 · A3 · A3,5 · A4

Die häufigste natürliche Zahnfarbe

B

Rötlich-gelb

B1 · B2 · B3 · B4

Hellere, wärmere Zähne

C

Gräulich

C1 · C2 · C3 · C4

Erinnert an gealterten Schmelz

D

Rötlich-grau

D2 · D3 · D4

Seltener, gedämpfte Töne

BL

Bleach-Farben

BL1 · BL2 · BL3 · BL4

Gebleichte und rein ästhetische Fälle

So läuft die Behandlung mit einer E.max-Krone ab

Für eine e.max-Krone brauchen Sie in der Regel zwei Termine innerhalb von fünf bis sieben Werktagen. So sieht der Ablauf für die meisten Patienten bei One Life Dental aus.

1. Diagnostik und Digital Smile Design

Eine dreidimensionale DVT-Aufnahme zeigt den Zustand jedes Zahns und des darunterliegenden Knochens. Dazu kommen eine Parodontaluntersuchung und eine Funktionsanalyse Ihres Bisses. Erst danach fällt die Materialentscheidung.

An dieser Stelle findet auch das Digital Smile Design statt. Über einen Intraoralscan und Porträtaufnahmen plant der Behandler die Versorgung im Verhältnis zu Ihrem Gesicht. Die Bezugspunkte sind:

  • Gesichtsmittellinie
  • Inzisalebene
  • Lachlinie
  • Verhältnis von Breite zu Länge
  • Bukkale Korridore

2. Beschleifen des Zahns

Unter örtlicher Betäubung wird der Zahn so weit reduziert, dass Platz für die Keramik entsteht. E.max benötigt rund 1–1,5 mm, eine monolithische Zirkonkrone dagegen 0,5–1 mm.

Ein beschliffener Zahn braucht ab diesem Moment dauerhaft eine Krone. Ein ehrlicher Behandler sagt Ihnen vorher, ob ein Veneer, ein Onlay oder eine Kompositversorgung für Sie nicht die bessere Lösung wäre.

3. Das Probelächeln, bevor Sie sich entscheiden

A close-up view of a dental professional's gloved hands holding a set of bright white snap-on veneers and holding them up to a patient's natural, upper teeth in a before-and-after style comparison.

Sie tragen Form und Länge zunächst als Provisorium und testen alles im Alltag: beim Sprechen, beim Essen, auf Fotos und mit Blick in den Spiegel bei Tageslicht. Länge, Form und Mittellinie lassen sich in dieser Phase noch verändern.

4. Die Befestigung – hier entscheidet sich alles

Eine e.max-Krone kann adhäsiv verklebt, konventionell zementiert oder mit selbstadhäsivem Komposit befestigt werden. Die erste Variante ist die gängigste und folgt einem vierstufigen Protokoll:

  1. Die Klebefläche wird mit Flusssäure angeätzt (üblicherweise 5 %, etwa 20 Sekunden). In der Glasphase entsteht dabei eine Mikroporosität
  2. Ein Silan-Haftvermittler wird aufgetragen und verbindet Keramik und Zement chemisch
  3. Die Krone wird mit einem Befestigungskomposit eingesetzt und lichtgehärtet
  4. Die Ränder werden ausgearbeitet, der Biss kontrolliert und die Oberfläche nachpoliert

Was kostet eine E.max-Krone?

Eine einzelne e.max-Krone kostet in Deutschland zwischen 700 und 1.400 € pro Zahn, in Österreich 600–1.300 € und in der Schweiz 1.200–2.500 CHF (umgerechnet etwa 1.290–2.680 €). In der Türkei senken All-inclusive-Pakete den Preis auf 200–350 € pro Einheit.

Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt in Deutschland nur den befundorientierten Festzuschuss für die Regelversorgung – 2026 rund 239 € je Krone, mit lückenlos geführtem Bonusheft bis zu etwa 279 €. Alles darüber ist Eigenanteil. Eine gute Zahnzusatzversicherung erstattet davon je nach Tarif 80–100 %.

Land

E.max-Krone (pro Zahn)

Deutschland

700–1.400 € (in München, Frankfurt und Hamburg häufig 1.000–1.600 €)

Österreich

600–1.300 €

Schweiz

1.200–2.500 CHF (ca. 1.290–2.680 €), Laborkosten oft separat

Liechtenstein

1.300–2.600 CHF (ca. 1.390–2.780 €)

Luxemburg

700–1.500 € (Richtwert, orientiert sich an den deutschen Privathonoraren)

Türkei (All-inclusive)

200–350 € pro Einheit

Wie lange hält eine E.max-Krone?

Bei guter Pflege dürfen Sie mit 15 Jahren und mehr rechnen. Ivoclars eigene Auswertung nennt eine durchschnittliche Überlebensrate von 95,2 % über Studienzeiträume von bis zu 15 Jahren.

Wichtiger Hinweis: Überleben bedeutet, dass die Krone noch sitzt und funktioniert. Erfolg bedeutet, dass sie noch sitzt und dabei völlig komplikationsfrei geblieben ist. Das sind zwei sehr unterschiedliche Maßstäbe – und Werbeseiten trennen sie selten sauber.

Tragedauer

Monolithisches e.max

Verblendete Glaskeramik

5 Jahre

ca. 98 % Überlebensrate

ca. 95–96 % Überlebensrate

10 Jahre

ca. 96–97 % Überlebensrate

Kaum Langzeitdaten

15 Jahre

ca. 95 % (gepoolte Herstellerdaten)

Kaum Langzeitdaten

Was die Lebensdauer verkürzt – und wie Sie sie verlängern

Die häufigsten Gründe für das Versagen einer Emax-Krone sind Karies, eine Fraktur des darunterliegenden Zahns und Überlastung. Das Problem liegt also fast immer beim Zahn unter der Krone, nicht bei der Keramik selbst.

  • Zähneknirschen (Bruxismus): die größte Gefahr für Lithiumdisilikat. Wenn Sie pressen oder knirschen, ist eine Knirscherschiene keine Option, sondern Pflicht.
  • Sauberer Kronenrand: genau dort beginnt Karies. Zahnseide oder Interdentalbürste täglich, ohne Ausnahme.
  • Qualität der Klebung: Eine korrekt geätzte, silanisierte und adhäsiv befestigte Krone verhält sich mechanisch wie eine Einheit mit dem Zahn.
  • Bisskontrolle: Eine zu hohe Krone belastet einen einzelnen Zahn unverhältnismäßig stark. Wenn sich nach dem Einsetzen irgendetwas „falsch“ anfühlt, gehen Sie zurück in die Praxis, bevor Sie zurückfliegen.
  • Professionelle Pflege (die 2-2-2-Regel): zweimal täglich zwei Minuten putzen, zweimal jährlich zur Kontrolle.
  • Das Naheliegende vermeiden: Eiswürfel, Kugelschreiberkappen, Kronkorken und Fingernägel.

Die Nachteile von E.max-Kronen

Die Grenzen von e.max sind klar umrissen und gut dokumentiert. Der eigentliche Kompromiss betrifft die Festigkeit – und schuld daran ist ausgerechnet das Glas, das für die Transluzenz sorgt. Die optische Qualität gibt es nicht ohne die Belastungsgrenze von 530 MPa. Kein Hersteller hat dieses Dilemma bisher gelöst.

Nachteil

Was passiert

Wie man es in den Griff bekommt

Frakturen bei starker Belastung

Mit 530 MPa ist e.max etwa halb so fest wie hochfestes Zirkonoxid. Molaren und Knirscher bringen es an seine Grenze.

Nur für Frontzähne und Prämolaren einsetzen, im Seitenzahnbereich Zirkonoxid wählen, bei Bruxismus eine Schiene verordnen.

Enge Brückenindikation

Nicht über drei Glieder hinaus, der zweite Prämolar ist der hinterste mögliche Pfeiler.

Längere Spannen in Zirkonoxid ausführen. Von dieser Grenze gibt es keine klinische Ausnahme.

Der Untergrund scheint durch

Transluzenz hat zwei Seiten: Ein dunkler Stumpf, ein Metallstift oder ein Titan-Abutment kann den Farbton grau wirken lassen.

Den Zahnstumpf schon bei der Diagnostik beurteilen, einen opakeren Rohling wählen, bei dunklen Kernen Zirkonoxid erwägen.

Technisch anspruchsvolle Klebung

Das Ergebnis hängt daran, dass Flusssäureätzung, Silanisierung und Kompositbefestigung korrekt ausgeführt werden.

Lassen Sie sich das Klebeprotokoll vor Behandlungsbeginn schriftlich bestätigen.

Unumkehrbares Beschleifen

1–1,5 mm natürliche Zahnsubstanz gehen dauerhaft verloren.

Klären, ob wirklich eine Krone nötig ist – und nicht ein Veneer, ein Onlay oder eine Kompositversorgung.

Die Farbe ist endgültig

Der Farbton entsteht beim Kristallisationsbrand und lässt sich später nicht mehr aufhellen.

Ihre natürlichen Zähne vor der Farbnahme bleichen, niemals danach.

Eine Fraktur bedeutet meist Neuanfertigung

Eine gebrochene monolithische e.max-Krone lässt sich nur selten dauerhaft reparieren.

Eine Kompositreparatur taugt allenfalls als Übergangslösung, planen Sie die Neuanfertigung ein.

Ungünstig auf Implantaten

Lithiumdisilikat auf einem Titan-Abutment riskiert Durchscheinen und bringt dort keinen Festigkeitsvorteil.

Zirkonoxid oder verschraubte Versorgungen sind auf Implantaten meist die bessere Wahl.

Wann E.max-Kronen die falsche Wahl sind

Für rund die Hälfte des Gebisses ist e.max das falsche Material. Kliniken mit den schlechtesten Ergebnissen setzen häufig überall dasselbe Material ein, weil das schneller und günstiger in der Abwicklung ist. Ein gut geplantes Smile Makeover kombiniert dagegen fast immer zwei Werkstoffe.

1. E.max-Krone oder Zirkonoxid bei Molaren und Brücken?

Bei Backenzähnen, weitspannigen Brücken und ausgeprägtem Knirschen gewinnt Zirkonoxid eindeutig. Der Unterschied beträgt 530 MPa gegenüber 900–1.200 MPa – und im Seitenzahnbereich entstehen genau die Kaukräfte, die in dieser Lücke liegen.

Auf einem oberen mittleren Schneidezahn wird die Opazität von Zirkonoxid dagegen zum ästhetischen Problem. Selbst moderne 5Y- und Multilayer-Qualitäten liest das Auge dort als künstlich.

 

E.max (Lithiumdisilikat)

Zirkonoxid

Biegefestigkeit

470–530 MPa

500–1.200 MPa je nach Qualität

Transluzenz

Hervorragend – Licht dringt hindurch

Gut bis mittelmäßig, am besten bei 5Y/Multilayer

Substanzabtrag

ca. 1–1,5 mm

ca. 1,5–2 mm

Befestigung

Ätzbar, chemisch verklebbar

Nicht ätzbar, MDP-Primer erforderlich

Brückengrenze

3 Glieder, bis zum zweiten Prämolaren

Weitspannig bis zur Ganzkieferversorgung

Abrieb am Gegenzahn

Poliert vergleichbar mit natürlichem Schmelz

Härter als Schmelz, Politur ist entscheidend

Idealer Einsatzort

Frontzähne, Prämolaren, Veneers

Molaren, Brücken, Ganzkiefer, Implantate

2. E.max auf Implantaten: das Problem mit dem grauen Untergrund

Eine Implantatkrone sitzt auf einem Titan-Abutment – also auf einem dunkelgrauen Kern. Weil eine e.max-Krone Licht durchlässt, kann dieses Grau durchschimmern. Besonders am Zahnfleischsaum, wenn das Gewebe mit den Jahren dünner wird. Auf Implantaten bevorzugen die meisten Behandler deshalb eine Zirkonkrone oder eine verschraubte Versorgung.

E.max, Zirkonoxid, VMK und Keramik im Überblick

 

E.max

Zirkonoxid

VMK

Feldspatkeramik

Materialtyp

Glaskeramik, metallfrei

Keramik, metallfrei

Keramik auf Metallgerüst

Glaskeramik

Biegefestigkeit

470–530 MPa

500–1.200 MPa

Metallkern mit Keramikverblendung

ca. 100 MPa

Ästhetik

Hervorragend

Gut bis hervorragend

Mäßig – Risiko eines grauen Rands

Hervorragend

Idealer Einsatzort

Frontzähne, Einzelkronen, Veneers

Molaren, Brücken, Ganzkiefer

Seitenzähne, preisbewusste Fälle

Veneers, Frontzähne

Hauptschwäche

Frakturen bei starker Belastung

Opazität bei einfachen Qualitäten, hart zum Gegenzahn

Dunkler Rand am Zahnfleisch mit den Jahren

Splittert leicht

Typischer Preis (Deutschland)

700–1.400 €

700–1.600 €

350–700 €

500–1.000 €

Krone oder Veneer – was ist die bessere Entscheidung?

Wenn Ihre Zähne gesund sind und es Ihnen ausschließlich um die Optik geht, kostet eine Krone Sie Zahnsubstanz, die Sie gar nicht hätten verlieren müssen. Und diese Entscheidung ist endgültig. Deshalb empfehlen wir in solchen Fällen meist Veneers. Trotzdem entscheiden sich viele Patienten aus Kostengründen für Kronen.

Unterm Strich verlangt eine Krone einen Substanzabtrag von 1–1,5 mm rundherum. Ein Veneer bedeckt nur die Vorderfläche – üblicherweise mit 0,3–0,7 mm.

Versorgung

Substanzverlust

Sinnvoll, wenn

Komposit-Bonding

Praktisch keiner

Kleine Absplitterungen, Lücken, minimale Formkorrekturen

Veneer

ca. 0,3–0,7 mm, nur Vorderfläche

Der Zahn strukturell gesund ist und es nur um die Optik geht

Onlay

Nur die Kaufläche

Ein Höcker gerissen ist, eine große alte Füllung vorliegt, die Wände aber stabil sind

Krone

ca. 1–1,5 mm rundherum

Der Zahn strukturell geschwächt, wurzelbehandelt oder stark gefüllt ist

Wie eine IPS-e.max-Krone entsteht

Ihre Krone wird weich und blau gefräst und erhält ihre endgültige Festigkeit und Farbe erst im Ofen. Das erklärt fast alles, was zwischen Ihrem Scan und dem Einsetztermin passiert.

So läuft der Ablauf in unserem hauseigenen ComfyDent-Labor:

  1. Digitaler Scan: Ein Intraoralscanner erfasst den beschliffenen Zahn, den Gegenkiefer und Ihren Biss als STL-Datei
  2. CAD-Konstruktion: Ein Zahntechniker konstruiert die Krone am Bildschirm anhand Ihrer realen Bissdaten
  3. Fräsen: Die Krone wird aus einem teilkristallisierten IPS-e.max-CAD-Block herausgefräst, der in diesem Stadium nur rund 130 MPa aufweist
  4. Kristallisation: Die Krone wird bei etwa 840 °C gebrannt. Dabei wachsen die Lithiumdisilikat-Kristalle, und die Restauration erhält ihre endgültigen 530 MPa, ihren Farbton und ihre Transluzenz
  5. Malen, Glasieren, Polieren: Oberflächenfarben geben Tiefe und Charakter, die Glasur versiegelt, die Handpolitur bringt das Ergebnis zur Vollendung

Bei IPS e.max Press verläuft der Weg anders: Ein Rohling wird im Labor in eine Einbettmuffel gepresst und erreicht am Ende 470 MPa.

So prüfen Sie, ob Sie echtes IPS e.max bekommen

„E.max“ ist eine eingetragene Marke von Ivoclar Vivadent – im Dentalmarkt wird der Begriff allerdings recht großzügig verwendet. Es gibt generische Lithiumdisilikat-Blöcke, sie kosten deutlich weniger, und eine daraus gefertigte Krone wird trotzdem als e.max-Krone verkauft.

Drei Nachfragen trennen eine dokumentierte Versorgung von einem bloßen Versprechen:

  • Fragen Sie schriftlich nach dem Produkt: IPS e.max CAD oder IPS e.max Press, mit Angabe des Block- beziehungsweise Rohlingstyps im Heil- und Kostenplan
  • Fragen Sie, wer fräst: Ein hauseigenes Labor bedeutet, dass die Klinik den Materialeinkauf steuert und Ihnen die Verpackung zeigen kann. Ein anonymes Fremdlabor kann das nicht
  • Fragen Sie nach dem Klebeprotokoll: Flusssäure, Silan, Befestigungskomposit. Eine Praxis, die diese drei Schritte nicht benennen kann, verarbeitet das Material nicht korrekt – ganz gleich, was sie gefräst hat

Häufig gestellte Fragen

Was ist eine e.max-Krone?

Eine metallfreie Krone aus Lithiumdisilikat-Glaskeramik von Ivoclar Vivadent, entweder gefräst oder gepresst. Sie ist die transluzenteste vollumfassende Versorgung auf dem Markt und die Standardlösung für Frontzähne.

Deutlich. IPS e.max CAD erreicht 530 MPa, klassische Feldspatkeramik rund 100 MPa. Gegenüber hochfestem Zirkonoxid mit 900–1.200 MPa bleibt e.max jedoch das schwächere Material.

Im Frontzahnbereich meistens ja, wegen der Transluzenz und des schonenderen Beschleifens. Bei Molaren, langen Brücken und starkem Knirschen ist Zirkonoxid die sichere Wahl. Die beiden Materialien ergänzen sich, sie konkurrieren nicht.

In der Regel 10–15 Jahre. Gepoolte Herstellerdaten nennen 95,2 % Überlebensrate über Studienzeiträume von bis zu 15 Jahren. Frontzähne schneiden dabei deutlich besser ab als Molaren.

Nein. Die glasierte Oberfläche ist porenfrei, Kaffee, Tee, Rotwein und Tabak dringen nicht ein. Oberflächliche Beläge werden bei der professionellen Zahnreinigung entfernt.

Nein. Der Farbton wird beim Kristallisationsbrand bei rund 840 °C dauerhaft festgelegt. Bleichen Sie zuerst Ihre natürlichen Zähne und passen Sie die Krone anschließend an das Ergebnis an.

Nur bis zu drei Gliedern, mit dem zweiten Prämolaren als hinterstem Pfeilerzahn. Diese Grenze stammt von Ivoclar und sollte nicht überschritten werden.

Meist nicht die erste Wahl. Ein Titan-Abutment ist ein dunkler Untergrund, der durch eine transluzente Krone schimmern kann – und Lithiumdisilikat bietet an dieser Stelle keinen Festigkeitsvorteil.

Rund 1–1,5 mm rundherum. Das ist weniger als die 1,5–2 mm bei Zirkonoxid, aber ebenso endgültig. Ist der Zahn strukturell gesund, genügt womöglich ein Veneer mit 0,3–0,7 mm.

Eine kleine Absplitterung kann man manchmal polieren oder übergangsweise mit Komposit auffüllen. Bei einer echten Fraktur der monolithischen Krone hilft nur der Austausch.

Das hängt vollständig von Ihrer schriftlichen Garantie ab. Bei One Life Dental deckt unsere unterschriebene Garantie Herstellungsfehler und strukturelles Versagen ab. Da wir die digitalen Konstruktionsdaten archivieren, lässt sich ein exakter Ersatz nachfräsen.

Quellen

  1. Pieger S, Salman A, Bidra AS. Clinical outcomes of lithium disilicate single crowns and partial fixed dental prostheses: a systematic review. J Prosthet Dent, 2014. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24674802/
  2. A systematic review and meta-analysis evaluating the survival, failure and complication rates of metal-ceramic, veneered and monolithic all-ceramic tooth-supported single crowns – Part 1. 2026. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/41489982/
  3. Malament KA et al. Ten-year survival of pressed, acid-etched e.max lithium disilicate monolithic and bilayered complete-coverage restorations. J Prosthet Dent, 2019. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30955942/
  4. Clinical outcomes and complications of tooth- and implant-supported lithium (di)silicate based single crowns: an overview of systematic reviews. 2025. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40750081/
  5. Ivoclar Vivadent, Schaan (FL). IPS e.max CAD – technische Daten und klinische Dokumentation. https://www.ivoclar.com/en_us/products/digital-processes/ips-e.max-cad
  6. Ivoclar Vivadent. IPS e.max Produktprogramm und Indikationsgrenzen. https://www.ivoclar.com/makeitemax
  7. Zahnkosten-Rechner. Zahnkrone Kosten 2026: Preise und Eigenanteil. https://zahnkosten-rechner.de/ratgeber/zahnkrone-kosten/
  8. KOSTENLUPE.DE. Was kostet eine Zahnkrone 2026? https://www.kostenlupe.de/artikel/was-kostet-eine-zahnkrone
  9. Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV). Festzuschüsse für Zahnersatz, Stand 2026. https://www.kzbv.de
  10. Gesundheitsministerium der Republik Türkei. Verordnung über internationalen Gesundheitstourismus und Touristengesundheit. https://www.saglik.gov.tr/?_Dil=2
  11. One Life Dental. Zirkonkronen: die stabilste Zahnkeramik. https://oonelifedental.com/zirconia-crown/
  12. One Life Dental. Zahnkronen in der Türkei: Materialien, Kosten und 10 Jahre Garantie. https://oonelifedental.com/dental-crowns-turkey/
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