In der Praxis gehört das Zahnabutment zu den Bauteilen des Implantatsystems, bei denen am ehesten etwas schiefgehen kann. Schon das Material des Abutments – ob Titan, Zirkonoxid oder Gold – entscheidet mit darüber, wie natürlich der Zahnfleischsaum später aussieht und wie lange das Ergebnis hält. Dieser von Dr. Astolfi geprüfte Artikel begleitet Sie durch den gesamten Ablauf der Abutment-Einsetzung, erklärt die einzelnen Behandlungsschritte sowie alle Materialien und Typen – damit am Ende ein optimales Ergebnis steht.
Was ist ein Zahnabutment?
Ein Zahnabutment ist das kleine Verbindungsstück, das ein Zahnimplantat mit dem sichtbaren Zahnersatz – also Krone, Brücke oder Prothese – verbindet. Ohne dieses Abutment gäbe es keine stabile Möglichkeit, den Zahnersatz am Implantatpfosten zu befestigen.
Der Begriff „Abutment“ wird in drei Bereichen der Zahnmedizin verwendet. Dieser Ratgeber konzentriert sich ausschließlich auf das Implantatabutment:
- Zahnbrücken: Hier sind die Pfeilerzähne die natürlichen Zähne links und rechts der Zahnlücke, die Kronen tragen und so die Brücke verankern.
- Teilprothesen: Hier sorgen Pfeilerzähne mit Auflagen und Führungsflächen für den Halt der Prothese.
- Zahnimplantate: Hier verbindet das Abutment den Implantatkörper mit der darüberliegenden Krone, Brücke oder Prothese.
Das Abutment beim Zahnimplantat

Das Zahnabutment wird auf ein Implantat gesetzt, das bereits fest mit dem Kieferknochen verwachsen ist – ein Vorgang, den man Osseointegration nennt. Dies geschieht beim zweiten Behandlungstermin, in der Regel drei bis sechs Monate nach dem ersten Eingriff, bei dem das Implantat in den Kieferknochen eingesetzt wurde. Anschließend wird die Zahnkrone auf dem Abutment befestigt – die Restauration ist damit abgeschlossen.
Warum das Abutment So Wichtig Ist
Material, Winkel und Passgenauigkeit des Abutments bestimmen maßgeblich, wie natürlich der fertige Zahn wirkt und wie belastbar er langfristig bleibt. Design, Werkstoff und Positionierung beeinflussen sowohl die Funktion als auch die Ästhetik des Implantats. Ein sorgfältig gewähltes Abutment schützt das umliegende Zahnfleisch, verteilt die Kaukräfte gleichmäßig und senkt das Risiko einer Lockerung.
Alle Arten von Implantat-Abutments

Zahnabutments lassen sich auf fünf Arten unterscheiden: nach Einheilphase, Material, Befestigungsart der Krone, Herstellungsverfahren und Form. Die meisten Patienten müssen davon nur zwei oder drei kennen, um ihrem Behandlungsplan folgen zu können. Hier alle fünf im Detail.
1. Einheilabutment vs. Definitives Abutment
Jeder Implantatpatient erhält zunächst ein Einheilabutment (auch „Einheilkappe“ genannt), bevor das endgültige Abutment eingesetzt wird.
- Einheilabutment (Einheilkappe): Wird direkt nach der Implantat-OP eingesetzt und formt das Zahnfleisch während der Heilungsphase in eine natürliche Kontur.
- Definitives Abutment: Ersetzt das Einheilabutment, sobald das Zahnfleisch ausgereift ist – meist nach wenigen Wochen – und trägt dauerhaft die Krone.
2. Titan-, Zirkon- oder Gold-Abutment
Das Material des Abutments beeinflusst sowohl das Erscheinungsbild als auch die Haltbarkeit und ist meist die erste wichtige Entscheidung, die Patienten treffen müssen. Die gängigsten Materialien:
Material | Am besten geeignet für | Zu beachten |
Titan | Backenzähne, hohe Kaubelastung | Kann durch dünnes Zahnfleisch grau durchschimmern |
Zirkonoxid | Frontzähne, natürliche Ästhetik | Etwas geringere mechanische Festigkeit als Titan |
Goldlegierung | Fälle mit erhöhter Biokompatibilitäts-Anforderung | In der modernen Praxis seltener eingesetzt |
Titan-Basis-Hybrid | Frontzähne mit Bedarf an Stabilität und Ästhetik | Höhere Kosten als Einzelmaterial-Lösungen |
3. Schraubenretiniertes vs. Zementretiniertes Abutment
Eine schraubenretinierte Krone wird mit einer kleinen Schraube gesichert, die direkt durch die Krone in das Abutment geführt wird – so kann der Zahnarzt die Krone zu Wartungszwecken entfernen, ohne sie zu beschädigen. Eine zementretinierte Krone wird mit Zahnzement auf das Abutment geklebt, was ein Erscheinungsbild ohne sichtbares Schraubenloch ergibt – ästhetisch von vielen Patienten bevorzugt.
- Schraubenretiniert: Eine Schraube durchläuft die Krone bis ins Abutment. Vollständig rückholbar für spätere Wartung, hinterlässt aber ein kleines (kosmetisch verschlossenes) Loch.
- Zementretiniert: Die Krone wird mit Zement auf das Abutment geklebt. Optisch sehr ansprechend, aber schwerer zu entfernen, falls darunter Probleme auftreten.
4. Konfektioniertes vs. Individuell Gefertigtes Abutment

Abutments werden außerdem nach Herstellungsverfahren unterschieden: konfektioniert (vorgefertigt) oder individuell(patientenspezifisch).
- Konfektioniert (vorgefertigt): Standardisierte Formen, kostengünstig, für unkomplizierte Fälle geeignet.
- Individuell: Wird anhand digitaler Abdrücke oder per CAD/CAM speziell für den Patienten gefertigt; bessere Passform und natürlicherer Durchtrittsprofil durch das Zahnfleisch – typischerweise bei Frontzähnen oder komplexen Fällen verwendet.
5. Gerades vs. Abgewinkeltes Abutment
Diese Entscheidung liegt meist beim Zahnarzt, nicht beim Patienten. Sie richtet sich nach dem Winkel, in dem das Implantat im Verhältnis zur endgültigen Zahnposition gesetzt wurde.
- Gerade: Wird verwendet, wenn das Implantat bereits mit der geplanten Zahnposition übereinstimmt.
- Abgewinkelt: Korrigiert die Ausrichtung, wenn das Implantat leicht schräg sitzt – so lässt sich ein zweiter Eingriff vermeiden.
Wie Man das Richtige Abutment Wählt
Die passende Kombination dieser fünf Faktoren hängt von der Position des Zahns, dem Winkel des Implantats, der Dicke des Zahnfleischs und den persönlichen ästhetischen Prioritäten ab. Die folgende Tabelle fasst die Abwägungen zusammen:
Faktor | Am besten geeignet für | Kompromiss |
Titan | Backenzähne, hohe Kaubelastung | Risiko eines grauen Schimmers bei dünnem Zahnfleisch |
Zirkonoxid | Frontzähne, natürliches Aussehen | Geringere mechanische Festigkeit |
Titan-Basis-Hybrid | Frontzähne, Stabilität + Optik | Höhere Kosten |
Schraubenretiniert | Einfache spätere Wartung | Sichtbare Zugangsöffnung |
Zementretiniert | Nahtloses Erscheinungsbild | Schwerer zu entfernen bei Problemen |
Individuell | Komplexe Anatomie, ästhetische Zone | Höhere Kosten, längere Fertigungszeit |
Konfektioniert | Unkomplizierte Fälle | Weniger präzise Passform |
Einzeitige vs. Zweizeitige Abutment-Versorgung
Bei der einzeitigen Methode wird das Abutment bereits am ersten Tag eingesetzt; bei der zweizeitigen Methodewartet man drei bis sechs Monate auf einen kurzen Folgeeingriff. Der Zahnarzt entscheidet anhand von Knochenqualität und Implantatstabilität, welches Verfahren für Sie geeignet ist.
Einzeitig | Zweizeitig | |
Nötige Eingriffe | 1 | 2 |
Zeitpunkt des Abutments | Am selben Tag wie das Implantat | Erst Monate später, in einem zweiten kleinen Eingriff |
Am besten geeignet für | Gute Knochendichte, stabiles Implantat | Geringere Knochendichte, Knochenaufbau nötig |
Berichtete Erfolgsrate | ca. 94–96 % | ca. 96–98 % |
Sichtbarkeit während der Heilung | Abutment während der Heilung sichtbar über dem Zahnfleisch | Implantat vollständig bedeckt, während der Heilung unsichtbar |
Der Ablauf der Abutment-Einsetzung, Schritt für Schritt

Die Abutment-Einsetzung ist ein kurzer, minimaler Eingriff – meist 30 bis 60 Minuten unter örtlicher Betäubung, deutlich unkomplizierter als die ursprüngliche Implantat-OP. So läuft jeder einzelne Schritt ab.
Vor dem Eingriff: Untersuchung und Bildgebung
- Röntgenaufnahmen oder ein DVT (3D-Scan) bestätigen, dass das Implantat vollständig mit dem Knochen verwachsen ist (Osseointegration).
- Der Zahnarzt prüft die Gesundheit des Zahnfleischs rund um die Implantatstelle.
- Biss und Zahnzwischenräume werden geprüft, um den richtigen Winkel und die richtige Höhe des Abutments zu planen.
- Sie erfahren, ob zunächst ein Einheilabutment nötig ist oder ob direkt das definitive Abutment eingesetzt werden kann.
Während des Eingriffs
Schritt | Was Passiert |
1. Betäubung | Örtliche Betäubung wird auf das Zahnfleischareal aufgetragen |
2. Zugang | Bei bedecktem Implantat (zweizeitig) öffnet ein kleiner Schnitt das Zahnfleisch erneut |
3. Befestigung | Das Abutment wird mit präzisem Drehmoment auf den Implantatpfosten geschraubt |
4. Passkontrolle | Der Zahnarzt prüft Sitz, Winkel und Höhe |
5. Abdrücke | Digitale Scans oder physische Abdrücke werden für die finale Krone genommen |
6. Verschluss | Das Zahnfleisch wird um das Abutment herum modelliert, damit es natürlich verheilt |
Was Sie in den Ersten 48 Stunden Erwarten Können
- Leichte Empfindlichkeit oder Druckgefühl im Zahnfleisch – meist gut mit rezeptfreien Schmerzmitteln zu behandeln.
- Leichte Schwellung, in der Regel geringer als nach der ursprünglichen Implantat-OP.
- Weiche Kost wird für die ersten 24 bis 48 Stunden empfohlen.
- Es ist normal, das Abutment mit der Zunge zu spüren – es fühlt sich bis zum Einsetzen der Krone etwas anders an als ein natürlicher Zahn.
- Der Zahnarzt vereinbart den Termin für die Kronen-Anpassung, in der Regel drei bis fünf Wochen später, sobald das Labor die individuelle Krone fertiggestellt hat.
Heilungsdauer des Abutments: Wann Ist die Krone Möglich?
Das Zahnfleisch rund um das Abutment benötigt in der Regel zwei bis drei Wochen, bis der Zahnarzt mit der finalen Krone fortfahren kann. Hier der realistische Zeitplan sowie Anzeichen, auf die Sie achten sollten.
Zahnfleischheilung (1–6 Wochen)
Zeitraum | Was Passiert |
Tag 1–3 | Höchste Schwellung und Empfindlichkeit; weiche Kost empfohlen |
Tag 3–5 | Beschwerden nehmen spürbar ab |
Woche 1–2 | Zahnfleisch schließt sich und formt sich um das Abutment |
Woche 2–3 | Die meisten Patienten sind bereit für die finalen Abdrücke |
Bis zu 6 Wochen | Vollständige Ausreifung des Weichgewebes in manchen Fällen, abhängig von der individuellen Heilung |
Anzeichen für einen normalen Heilungsverlauf
- Schwellung und Empfindlichkeit nehmen gleichmäßig ab, statt sich zu verschlimmern.
- Das Zahnfleisch wirkt rosa und fest, nicht glänzend oder aufgedunsen.
- Leichte Empfindlichkeit beim Zähneputzen, aber kein anhaltendes Bluten.
- Festere Kost lässt sich nach und nach ohne stechende Schmerzen wieder essen.
- Das Abutment fühlt sich stabil an – kein Wackeln, keine Verschiebung.
Wann Sie Ihren Zahnarzt Kontaktieren Sollten
Melden Sie sich umgehend, wenn Sie Folgendes bemerken:
- Schmerzen, die sich nach der ersten Woche verschlimmern statt zu bessern
- Eiter, Ausfluss oder anhaltender schlechter Geschmack im Mund
- Fieber oder Schüttelfrost
- Zahnfleischbluten, das sich nicht durch sanften Druck stillen lässt
- Ein lockeres oder wackelndes Abutment
- Zahnfleisch, das rot, heiß oder geschwollen bleibt, statt sich zu beruhigen
Langfristige Pflege und Wartung des Abutments
Abutments benötigen dieselbe kontinuierliche Pflege wie natürliche Zähne – wohl sogar noch etwas mehr. Ohne regelmäßige Pflege werden Schraubenlockerung und Zahnfleischentzündung rund um das Abutment mit der Zeit deutlich wahrscheinlicher.
Tägliche Pflege zu Hause
- Zweimal täglich mit einer weichen Zahnbürste um Abutment und Krone putzen.
- Täglich Zahnseide verwenden oder eine Munddusche nutzen.
- Interdentalbürsten dort einsetzen, wo Zahnseide schwer anzuwenden ist.
- Bei Empfehlung des Zahnarztes mit einer antibakteriellen Mundspülung spülen.
Professionelle Wartung
- Professionelle Zahnreinigung alle drei bis sechs Monate, damit der Zahnarzt frühe Anzeichen einer Zahnfleischentzündung erkennen kann.
- Regelmäßige Kontrolle des Schraubensitzes.
- Biss- und Okklusionskontrolle mindestens einmal jährlich, besonders bei nächtlichem Zähneknirschen.
Risikofaktoren, die den Verschleiß Beschleunigen
Faktor | Warum Es Wichtig Ist |
Bruxismus (Zähneknirschen) | Beim Zusammenbeißen können Kräfte von über 900 N auftreten, gegenüber 200–400 N beim normalen Kauen – das erhöht das Risiko eines Schrauben- oder Kronenbruchs erheblich |
Rauchen | Verbunden mit einer etwa 2- bis 2,5-fach höheren Misserfolgsrate gegenüber Nichtrauchern nach fünf Jahren |
Ausbleibende Zahnreinigungen | Laut der American Academy of Periodontology kann fast die Hälfte der Implantatpatienten ohne regelmäßige Wartung innerhalb von 10 Jahren eine periimplantäre Zahnfleischerkrankung entwickeln |
Was Kostet ein Zahnabutment?
Ein einzelnes Abutment kostet je nach Land und ob es sich um ein konfektioniertes oder individuelles Modell handelt, in der Regel zwischen 250 und 500 Euro. Abutments werden jedoch selten einzeln berechnet: Bei den meisten Patienten ist der Preis im Gesamtpreis für ein Einzelimplantat enthalten, der Implantatkörper, Abutment und Krone zusammen umfasst.
Zur Erinnerung: One Life Dental bietet Zahnimplantate in der Türkei zu einem Bruchteil des Preises an, einschließlich Paketangeboten für Komplett Zahnimplantaten in der Türkei (All-on-4/All-on-6).
Abutment-Kosten im Länderveraleich
Land | Nur Abutment | Kompletteinzelimplantat (Implantat + Abutment + Krone) |
🇩🇪 Deutschland | 250–450 € (individuell bis 600 €+) | 2.000–3.800 € |
🇦🇹 Österreich | 300–500 € | 2.200–4.000 € |
🇨🇭 Schweiz | 400–700 CHF | 3.500–6.500 CHF |
🇹🇷 Türkei | 150–300 € | 600–1.200 € |
Was den Preis tatsächlich bestimmt:
- Material – Zirkonoxid und Titan-Basis-Hybride kosten mehr als Standard-Titan.
- Konfektioniert vs. individuell – individuell per CAD/CAM gefertigte Abutments kosten meist 100 bis 280 Euro mehr als konfektionierte Varianten.
- Marke – Premium-Systeme aus der Schweiz oder Skandinavien (Straumann, Nobel Biocare) können die Gesamtbehandlung um 600 bis 1.800 Euro gegenüber günstigeren Alternativen verteuern.
- Standort – Kliniken in Großstädten verlangen in der Regel 20 bis 50 % mehr als solche in ländlichen Regionen oder Vororten.
Die Besten Abutment-Marken im Vergleich
Marke | Ruf | Typischer Preis für ein Abutment |
Straumann (Schweiz) | Jahrzehntelange klinische Forschung, Premium-Segment | ab ca. 170 € (Variobase-Hybrid) |
Nobel Biocare (Schweden) | Pionier der modernen Implantologie, Premium-Segment | vergleichbares Premium-Preisniveau |
Dentsply Sirona | Starke Integration digitaler Workflows | ca. 270 € (Atlantis, individuell) |
Osstem / MegaGen / MIS | Mittleres Segment, international weit verbreitet | Niedrigere Kosten, solide klinische Erfahrung |
Echtheit Anhand des REF-Codes
Jedes echte Implantatbauteil wird mit einem herstellerseitigen REF-Code (Referenznummer) und einer LOT-Nummerausgeliefert, die auf der sterilen Verpackung aufgedruckt und direkt bis zum Hersteller rückverfolgbar sind. Das ist wichtiger, als vielen Patienten bewusst ist:
- Bestätigt, dass es sich um ein echtes, herstellerzertifiziertes Bauteil handelt – kein markenloses Ersatzprodukt.
- Gewährleistet die langfristige Kompatibilität mit Ihrem spezifischen Implantatsystem.
- Ermöglicht Rückverfolgbarkeit im seltenen Fall eines Herstellerrückrufs.
- Schützt Ihre Herstellergarantie.
Bitten Sie Ihre Klinik immer, Ihnen vor der Behandlung die REF-Code-Dokumentation für Ihr Abutment zu zeigen – ein seriöser Anbieter wird dabei keinerlei Zögern zeigen.
Mögliche Risiken und Komplikationen bei der Abutment-Einsetzung
Die meisten Komplikationen rund um das Abutment sind gering und gut behandelbar, kommen aber häufiger vor, als viele Patienten erwarten. Hier die Ergebnisse der Forschung im Überblick.
Mechanische Komplikationen
Komplikation | Berichtete Häufigkeit | Meist Behoben Durch |
Schraubenlockerung | 8,5–12,7 % der Einzelimplantatkronen über den Beobachtungszeitraum | Einfaches Nachziehen |
Mechanische/biologische Komplikationen insgesamt | Rund 33,6 % kombiniert über einen 5-Jahres-Beobachtungszeitraum | Je nach konkretem Problem unterschiedlich |
Implantat-/Abutmentbruch | Selten – Häufigkeit rund 1,6 % | Entfernung und Austausch des Implantats (aufwendiger) |
Biologische Komplikationen
- Periimplantäre Mukositis (reversible Zahnfleischentzündung)
- Periimplantitis (knochenbeteiligende Infektion): kann laut American Academy of Periodontology fast die Hälfte der Implantatpatienten innerhalb von 10 Jahren betreffen, wenn professionelle Wartung ausbleibt.
- Echte Infektion an der Implantatstelle: vergleichsweise selten, geschätzt bei 5–10 % der Fälle.
Was Ihr Risiko Erhöht
- Rauchen: verbunden mit einer etwa 2- bis 2,5-fach höheren Misserfolgsrate gegenüber Nichtrauchern.
- Bruxismus (Zähneknirschen)
- Unzureichende Mundhygiene
- Diabetes und andere systemische Erkrankungen
- Ausbleibende Wartungstermine
Wichtige Fragen an Ihren Zahnarzt
Die richtigen Fragen im Vorfeld verhindern die meisten späteren Überraschungen – sowohl klinisch als auch finanziell. Bringen Sie diese Liste zu Ihrem Beratungsgespräch mit.
Zum Abutment selbst
- Welches Material empfehlen Sie für meinen Fall, und warum (Titan, Zirkonoxid oder Hybrid)?
- Benötige ich zunächst ein Einheilabutment, oder können wir direkt zum definitiven Abutment übergehen?
- Handelt es sich um ein konfektioniertes oder individuelles Abutment – und beeinflusst das den Preis?
- Wird die Krone schraubenretiniert oder zementretiniert sein, und welche Vor- und Nachteile ergeben sich daraus für meinen konkreten Zahn?
Zu Marke und Echtheit
- Welche Implantat-/Abutment-Marke und welcher Hersteller kommen zum Einsatz?
- Können Sie mir REF-Code und LOT-Nummer meiner Bauteile zur Verfügung stellen?
- Gibt es eine Herstellergarantie, und was deckt sie ab?
Zu Zeitplan und Kosten
- Wie sieht die vollständige Kostenaufstellung aus – Implantat, Abutment, Krone, Bildgebung, Nachkontrollen?
- Wie lange dauert es voraussichtlich von der Abutment-Einsetzung bis zur endgültigen Krone?
- Sind zusätzliche Kosten wahrscheinlich (Knochenaufbau, Sedierung, Nachbesserungen)?
Zu Risiken und Nachsorge
- Welche Erfahrung haben Sie mit Fällen wie meinem, und wie hoch ist Ihre Komplikationsrate?
- Wie sieht ein normaler Heilungsverlauf aus, und wann sollte ich Sie kontaktieren?
- Welchen Wartungsplan empfehlen Sie für die Zukunft?
Warnzeichen: Wann Sollten Sie zum Zahnarzt?
Die meisten Probleme rund um das Abutment lassen sich leicht beheben, wenn sie früh erkannt werden – entscheidend ist, nicht zu warten. Die meisten dieser Anzeichen sind selten, kontaktieren Sie im Zweifel dennoch umgehend Ihren Zahnarzt:
- Anhaltende oder sich verschlimmernde Schmerzen, besonders nach der ersten Woche
- Eiter, Ausfluss oder anhaltender schlechter Geschmack im Mund
- Fieber oder Schüttelfrost
- Zahnfleischbluten, das sich nicht durch sanften Druck stillen lässt
- Ein lockeres, wackelndes oder verschobenes Abutment oder eine verschobene Krone
- Zahnfleisch, das rot, heiß oder geschwollen bleibt, statt sich mit der Zeit zu beruhigen
- Ein verändertes Bissgefühl: Essen trifft anders auf, oder der Kiefer fühlt sich ungewohnt an
- Klickgeräusche oder Beschwerden beim Kauen
- Geschwollene Lymphknoten unter dem Kiefer (ein möglicher Hinweis auf eine ausbreitende Infektion)
Häufig Gestellte Fragen
Wie lange dauert es, bis ein Abutment verheilt ist?
Bei den meisten Patienten heilt das Zahnfleisch rund um das Abutment innerhalb von zwei bis drei Wochen, wobei die vollständige Ausreifung des Weichgewebes bis zu sechs Wochen dauern kann. Ihr Zahnarzt bestätigt die Heilung, bevor die finalen Abdrücke für die Krone genommen werden.
Brauchen alle Zahnimplantate ein Abutment?
Ja. Jede implantatgetragene Krone, Brücke oder Prothese benötigt ein Abutment, um den Implantatpfosten mit dem sichtbaren Zahnersatz zu verbinden – es handelt sich um eine strukturelle Notwendigkeit, nicht um eine optionale Zusatzleistung.
Was ist der Unterschied zwischen einem Abutment und einer Krone?
Das Abutment ist das Verbindungsstück, das am Implantat befestigt wird. Die Krone ist der sichtbare, zahnförmige Zahnersatz, der auf dem Abutment sitzt. Eines ist strukturell, das andere ästhetisch und funktional.
Wie lange dauert es nach der Abutment-Einsetzung, bis ich meine Krone bekomme?
In der Regel drei bis fünf Wochen – genug Zeit für den Zahnarzt, um Abdrücke zu nehmen, und für das Dentallabor, um Ihre individuelle Krone passgenau anzufertigen.
Ist die Abutment-Einsetzung schmerzhaft?
Nein – der Eingriff erfolgt unter örtlicher Betäubung, und die meisten Patienten empfinden ihn als deutlich unkomplizierter als die Implantat-OP. Leichte Empfindlichkeit für 24 bis 48 Stunden danach ist normal.
Wächst das Zahnfleisch über das Abutment?
Nein. Gesundes Zahnfleisch bildet eine feste Manschette um das Abutment, statt es zu überwuchern. Wächst dennoch Gewebe darüber, deutet dies meist auf eine verzögerte Kronenversorgung oder eine falsch verwendete Einheilkappe hin.
Was darf ich nach der Abutment-Einsetzung essen?
Bleiben Sie 24 bis 48 Stunden bei weicher Kost – Joghurt, Suppe, Rührei. Vermeiden Sie harte, knackige oder sehr heiße Speisen in der Nähe der behandelten Stelle, bis die anfängliche Empfindlichkeit nachlässt.
Wie lange dauert der Eingriff zur Abutment-Einsetzung?
Meist 30 bis 60 Minuten – deutlich kürzer und weniger invasiv als die ursprüngliche Implantat-OP, da kein Bohren im Knochen erforderlich ist.
Bekommt man nach der Abutment-Einsetzung Stiche?
Manchmal, wenn das Zahnfleisch geöffnet werden musste, um Zugang zu einem verdeckten Implantat zu schaffen (zweizeitiges Verfahren). Beim einzeitigen Verfahren, bei dem das Abutment bereits freiliegt, sind meist keine Stiche nötig.
Kann man eine Prothese über ein Abutment tragen?
Ja – implantatgetragene Deckprothesen sind speziell dafür konzipiert, auf Abutments einzurasten. Sie bieten mehr Stabilität als eine herkömmliche Prothese und lassen sich zur Reinigung dennoch herausnehmen.